First Aid 4 Souls – Brutpop review von Stephan Schelle

First Aid 4 Souls – Brutpop
Electro-Arc / Amazon (2009)
(13 Stücke, 65:21 Minuten Spielzeit)

Erste Hilfe für die Seele, so lautet frei übersetzt der Bandname des in Ungarn beheimateten Electroprojektes First Aid 4 Souls. Die Band, die sich im Jahr 2006 gegründet hat besteht aus Istvan Gazdag (Musik), Katalin Helfenbein (Gesang, Drums), Attila Palfalvy (Gesang, Drums), Zoltan Havasi (Drums) und David Konsitzky (Gesang, Gitarre). Die Ursprünge dieser Band gehen bis ins Jahr 1992 zurück und haben ihre Wurzeln im Industrial, was auch dieser Produktion „Brutpop“ anzumerken ist.


Neben den Musikern hat man auch noch mit Linda Daemon (von Drugzone), Mark Duffield (von I Am One), Aaron Russell (von Impurfect) und Eszter Agoston (von Exote Concept) vier weitere Gastsänger im Projekt integriert.

Schon das LineUp lässt erkennen, dass es bei First Aid 4 Souls recht rhythmisch zugeht. Diese Vermutung ist bereits im Opener „Before The Light“ zu erkennen und zieht sich mal mehr, mal weniger intensiv durch die meisten Stücke des Albums. Aber auch sehr schöne Melodien haben diese Rhythmus betonten Stücke zu bieten. Während das Eröffnungsstück noch mit stampfendem Beat aufwartet, zeigt sich der zweite Song „First Aid“ eher von einer zarten Seite. Das liegt neben dem ruhigeren Rhythmus und den atmosphärischen Keyboardsounds vor allem auch an der zerbrechlich wirkenden Stimme der Sängerin. Leider ordnet das spärliche Digipack, in dem die CD ausgeliefert wird, die Sängerinnen und Sänger keinem der Songs zu, so dass es mir nicht möglich ist, festzustellen, wer nun welchen Song interpretiert.

Wäre da nicht dieser treibende Beat, so könnte man einige Parts des Stückes „Painkiller“ auch gut in die traditionelle Elektronikschiene packen. So aber versprüht dieser Song – auch durch seinen geflüsterten Gesang – eine recht düstere, fast Gothic artige Stimmung. Der Track hat eine ganz eigene Faszination. Fast experimentell, jazzig beginnt „Powa“, bei dem zunächst Synthies und Gitarre vorherrschen. Dann tritt ein Rhythmus zu Tage, der mich an eine harte Gangart der Marke Kraftwerk erinnert, doch der Track hat reichlich Industrial zu bieten und ist von einem dreckig vorgetragenen Gesang getragen.

Reconquista“ ist Rhythmus pur, der an einigen Stellen mit verfremdeten indianischem Gesang verziert wurde, „Sui:Acid“ ist ein hypnotischer, Downtempotrack mit außergewöhnlicher Instrumentierung, „The Unborn Child“ bringt Electro und Gothic wieder auf einen Nenner, aber auf eine sehr ruhige hypnotische Art, „Wings Of Morpheus“ hat für mich den Charme des 80’er Electropop, während in „Hairy-(ass)ed (Hun Version)“ der Rhythmus marschiert und der Track durch seinen Gesang darüber hinaus eine Osteuropäische Militäratmosphäre hervorruft.

Auch „Circus Maximus“ atmet den Electropop der 80’er, wobei mich der Gesang etwas an die deutsche Band Propaganda, die in den 80’ern mit „Dr. Mabuse“ einen großen Hit hatten, denken lässt.

First Aid 4 Souls haben mit „Brutpop“ ein sehr abwechslungsreiches Album vorgelegt, das vor allem viel Rhythmus bietet. Die unterschiedlichen Sänger sorgen für unterschiedliche Stimmungen, die sich den jeweiligen Songs gut anpassen. Ein Album, das man als Electro-Freund antesten sollte.

Stephan Schelle, Dezember 2009

Quelle: http://www.musikzirkus-magazin.de/dateien/Pages/CD_Kritiken/rock/first_aid_4_souls_brutpop.htm

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