Net.Ware Indepentrendent * intern. compilation * Review @ Klangwelt

Review: ‚Net.Ware Indepentrendent‘
[Sampler]

Posted on 13th Oktober 2015 by klangwelt
Indepentrendent Sampler
Als nimmermüder Macher eines Labels kann man sich durchaus namensmäßig verewigen. So geschehen bei Intrendent,
der sich flugs in den Titel „Net.Ware Indepentrendent“ – dem neusten Mitglied der umfangreichen Samplerserie aus dem
Hause Electro Arc – hereinschmuggelt. Die tendenziell eher unbekannten Interpreten der Zusammenstellung passendieses Mal überraschend gut zusammen, sodass hier eine der interessantesten Compilations des Labels vorliegt.

Der Blick ins Detail.
Net.Ware Indepentrendent Rezension

Das grelle Cover mutet gewohnt „farbkreischig“ an, das ist fast ein Trademark der Serie – ein mögliches Berufsbild der Zukunft namens „LSD-Zeichner“ sollte sich vermutlich daran orientieren.

Musikalisch macht das aber gar nichts, denn trotz des großen und mitunter auch widersprüchlichen Spielraums, welchen die Electro Arc Zusammenstellungen beizeiten abdecken, passen die Beiträge in diesem Falle bis auf wenige Ausnahmen gut zusammen.

Grundsätzlich geht um die Chance für unbekanntere Projekte oder für neue Formationen, sich zu zeigen und zu überzeugen. Keine Altstars, nichts tendiert Richtung Nummer sicher.

Vor diesem kommerziell risikoreichen Ansatz kann man nach wie vor den Hut ziehen, da muss einem auch nicht jeder Beitrag komplett das Hirn wegblasen.

Zu hören ist viele Elektronisches, mal EBM-mäßig direkt, teilweise überzeugend melodisch, dann stimmungsvoll ausgearbeitet oder Richtung Clubfloor lugend.

Da sollte man was finden, oder? Diverse Nummern bleiben tatsächlich gut hängen:

Direkt, straight und gekonnt auf die Mütze

Für den direkten Kontakt zum Hörer sorgen die Tracks von Equitant, Elite!, Bathead (zum Review seines Album hier) Pantser Fabriek und von den Altmark Electros.

Titel gekonnt-gradliniger Machart, die überzeugend Bewegung einfordern, griffig daherkommen und deren Bassläufe gerne länger im Ohr verweilen.

Besonders Nothing von den Newcomern Pantser Fabriek sollte angesichts der immanenten Power EBM-Fans diverser Generationen positiv aneinander geraten lassen.

Denn genau so energisch, treibend und ein bisschen mit der Attitüde Ihr könnt mich mal alle mal.. (Nothing makes me want to quit…) klingt gute EBM zum Austoben.

Das Ding fetzt: Basssequenzen, Kickrhythmik und Shouts am Anschlag, da hat sich für das niederländische Projekt der Auftritt beim diesjährigen FT 11 trotz Gluthitze mal richtig ausgezahlt.

Zwischen den Welten

Dabei vollzieht sich der Auftakt des Net.Ware Indepentrendent Samplers etwas subtiler: Dos Asmund feat. Tastenhauer bringen die Zusammenstellung mit düsteren und leicht verwaschen vorgetragenen Electropop-Klängen auf Kurs.

Durchaus stimmungsvoll und mit dosierter Eingängigkeit, die sich einer zu schnellen Erkenntnis angenehm entzieht, das Teil hört man besser mehrfach.

Dharmata 101 klingen vocalmäßig anschließend so, als ob sie Project Pitchfork Fans wären – und zwar zu deren besseren Zeiten. Und das setzen sie passend in Szene, zackige Sounds und eine doch recht abgefahrene Songidee bleiben schnell hängen. Nicht nur für „Pitchies“ interessant.

A:Fact und später Binary Divison bieten gute Electro-Clubmusik mit passenden Samples; glücklicherweise wird auf das allgegenwärtige Distortion-Genuschel verzichtet, dennoch existieren natürlich viele Projekte, die diese Art von Sounds nutzen.

Der Zugang zum diffusen GunMaker Beitrag misslingt hingegen des doch recht jauligen Charakters – das passiert, Anderen mag es zusagen.

Beiträge mit Perspektive

Drei Formationen mit sehr eigenem Sound sind abschließend hervorzuheben: Nemesis21 (Battleships) waren schon häufiger auf den Samplern des Labels vertreten und überzeugten mehrfach mit ihrem recht komplexen und bisweilen
FLA-nahen Sound.

Dieses mal kommt der Track mit New Beat Kick und Samples daher, die an Das Boot gemahnen. Alles eingepackt in einer sehr stimmungsvollen Soundumgebung und vorgetragen mit leicht verzerrter Stimme, welche im Refrain überraschend ins Schräge wechselt. Die Produktion noch etwas fetter und das Ganze wird noch eine Nummer besser.

Root4 (Speed It Up) bewegen sich zwischen EBM, Synthpop und Electro. Sie bündeln einen extrem eingängigen Songansatz mit kernigen Arrangements, der Gesang hat was von den alten Second Voice und die waren
bekanntermaßen ja ne Marke.

An ein, zwei Stellen wirkt die englische Aussprache noch etwas Akzent belastet, sonst ist das eine Topnummer, die schon ein bisschen hitmäßig herüberkommt, cool.

Den Abschluss absolvieren Finkseye – auch dieses Projekt fiel bereits mehrfach positiv auf. Das End Theme beendet das Ganze nicht nur, sondern markiert ein verspieltes, differenziertes und soundtrackartiges Highlight, das nicht nur Science Fiction Freaks begeistern dürfte.

Fazit: Eine weitere Chance für neue und etwas mehr im Hintergrund agierende Projekte. Passend zusammengestellt und mit einigen Highlights im Gepäck. Abgedeckt werden Ideen aus dem breiten Feld härterer, tanzbar akzentuierter und stimmungsvoller Elektronik.

Wertung: 7.5 von 10 Punkten (7.5/10)

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